Im Januar 2024 haben wir auf der Millésime Bio in Montpellier, der größten Messe für Bio-Weine, zum ersten Mal gezielt nach Provence-Rosé gesucht. Am Stand der Domaine Le Loup Bleu wurden wir fündig und haben uns sofort in den Rosé verliebt. Im April 2024 sind wir nach Puyloubier am Fuß der Montagne Sainte-Victoire gefahren und haben Sylvie, Caroline und Marc Dubois besucht. Im Sommer 2024 stand der Rosé zum ersten Mal testweise bei uns in Limbach, seit dem Sommer 2025 führen wir die Weine fest im Sortiment.

Im April 2026 dann bei uns: Marc und Sylvie an ihrem Stand auf der Vindumi Weinmesse.
Die blaue Stunde
Es gibt einen Moment, der nicht mehr Tag ist und noch nicht Nacht. Ein paar Minuten lang füllt sich der Himmel mit einem tiefen Blau, erst zart, dann intensiv, und das Licht verwandelt die Landschaft, die es beleuchtet. So beschreibt das Weingut selbst den Ursprung seines Namens. In der Fliegerei ist das genau die Stunde, in der aus einem Flug ein Nachtflug wird. Aus dieser blauen Stunde und aus Marcs erster großer Leidenschaft, der Fliegerei, hat das Weingut seinen Namen.
Marc Dubois war sein Berufsleben lang Flugzeugmechaniker. 2003 übernahm er mit seiner Frau Sylvie das Weingut in Puyloubier. Heute führen die beiden es gemeinsam mit Caroline, au service de la vigne, du vin et de la terre, wie sie es auf ihrer Website nennen. Im Dienst der Rebe, des Weins und der Erde.
Die beiden bekanntesten Weine des Hauses heißen Vol de Nuit, Nachtflug. So wie der Roman von Antoine de Saint-Exupéry aus dem Jahr 1931, in dem Piloten die Nacht über Südamerika durchfliegen, damit die Post schneller ankommt als mit dem Schiff. Saint-Exupéry ist die Maschinen geflogen, Marc hat sie am Laufen gehalten. Für einen Mann aus der Fliegerei, der nun Wein macht, gibt es wohl kaum einen passenderen Namen.
Und der Wolf? Der steckt im Ortsnamen. Puyloubier hieß bei den Römern Podium Luperium, der Hügel der Wölfe. So wurde aus der blauen Stunde und dem Wolfshügel der blaue Wolf.
9 Hektar zwischen zwei Bergen
Das Weingut liegt auf rund 400 Metern Höhe in der Provence von Cézanne, der die Sainte-Victoire wieder und wieder gemalt hat. Der Kalkrücken schützt die Reben im Norden, die Monts Auréliens tun es im Süden, dazwischen fährt der Mistral durch die Zeilen und hält die Trauben trocken und gesund.

Zypressen, Reben und die Sainte-Victoire, aufgenommen bei unserem Besuch im April 2024.
Seit 2015 ist die Domaine Bio-zertifiziert, Insektizide und Herbizide kommen nicht aufs Feld, die Böden aus sandigem Lehm und Sandstein werden mechanisch und von Hand bearbeitet. Wer durch die Reben läuft, sieht Trockensteinmauern, Nistkästen für Fledermäuse und Steinkäuze, einen kleinen Teich und Hecken zwischen den Parzellen. Ein kleines Naturparadies, sagen die drei selbst dazu. Im Keller stehen temperaturgeregelte Edelstahltanks, Barriques aus Eiche und ein Ei aus Sandstein.

Rebzeilen auf rotem Boden, dahinter der Kalkrücken.
Bei unserem ersten Besuch im April 2024 haben wir das Weingut besichtigt und die drei kennengelernt. Die Anlage ist modern, die Weinberge werden bewässert, und im Weinkeller hängen Propeller. Die Fliegerei ist hier auch zwischen den Tanks nicht weit.

Junge Rebe mit Tropfbewässerung.
Unsere drei Weine vom blauen Wolf

Die Kisten des Weinguts, oben der Vol de Nuit Blanc.
Der Vol de Nuit Rosé ist der Wein, mit dem in Montpellier alles anfing. 75 Prozent Grenache, 20 Prozent Syrah, 5 Prozent Rolle, nach wenigen Stunden auf der Maische direkt gepresst. Birne, weißer Pfirsich, reife Erdbeere, dazu ein zarter Blütenton. Für uns schmeckt er genau nach dem Moment, dem er seinen Namen verdankt.
Weißwein ist in der Provence selten, nur ein kleiner Teil der Ernte dort ist weiß. Der Vol de Nuit Blanc ist reinsortig aus Rolle, in der Provence auch Vermentino genannt, und duftet nach Grapefruit, Zitrus und weißen Blüten. Ein Bio-Weißwein für den Apéro und zu allem, was aus dem Meer kommt.
Der Rote des Hauses heißt Croix du Sud, Kreuz des Südens, benannt nach dem Sternbild. Er wächst im Cru Sainte-Victoire, 96 Prozent Syrah mit einem Schuss Grenache, in der Nase dunkle Kirsche, Brombeere und Garrigue-Kräuter, dazu Thymian und ein Hauch Leder.
Alle drei haben wir in Limbach regelmäßig offen, in der Weinbar und bei unseren Verkostungen. Komm gerne vorbei und probier dich durch die blaue Stunde. Und wenn du in der Provence unterwegs bist: Das Caveau in Puyloubier ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags und an Feiertagen nach Absprache. Grüß die drei von uns.
Anne und Fritz
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