Beim Rosé des Monats haben wir die Weißen schon angekündigt, hier sind sie. Im Juli sind gleich zwei Weine unsere Weißweine des Monats, und beide tragen dieselbe kleine Besonderheit im Namen: Résis't von der Cave de Lablachère in der Ardèche und Résis von Roman des Vignes aus dem Südwesten. Beide sind PIWI, also aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten gekeltert, und beide treffen ziemlich genau das, was wir uns im Sommer ins Weinglas wünschen. Mir gefällt vor allem, dass aus derselben Idee zwei ganz unterschiedliche Stile geworden sind: einmal fruchtig und dezent halbtrocken, einmal trocken, klar und biologisch.
PIWI, kurz erklärt
PIWI ist die Abkürzung für pilzwiderstandsfähig, PI für Pilz, WI für widerstandsfähig. Es sind Rebsorten, die aus Kreuzungen unserer europäischen Reben mit amerikanischen und teils asiatischen Wildreben entstehen. Von den Wildreben erben sie eine natürliche Abwehr gegen die beiden großen Plagen im Weinberg, den Echten und den Falschen Mehltau, von den europäischen Eltern Aroma und Feinheit. Der praktische Vorteil ist groß. Studien zeigen, dass PIWI-Reben mit bis zu 75 Prozent weniger Pflanzenschutz auskommen als klassische Sorten. Weniger spritzen, weniger Traktor zwischen den Reben, mehr Natur im Glas. Wir finden, PiWi kann so lecker sein, und genau das wollen diese beiden Weine zeigen.
Dass beide Weine Résis und Résis't heißen, ist übrigens kein Zufall. Die Namen spielen mit résistant, also widerstandsfähig. PIWI bis in den Namen.
Résis't, fruchtig aus der Ardèche
Die Cave de Lablachère ist eine Winzergenossenschaft im Süden der Ardèche, gegründet 1928. Rund vierzig Winzer*innen bewirtschaften zusammen etwa 420 Hektar, verteilt auf viele kleine Parzellen zwischen 200 und 500 Metern Höhe, auf den Trias-Böden am Fuß der Cevennen. Bekannt ist die Cave eigentlich für ihren Chatus, eine fast vergessene alte Rebsorte der Region. Mit dem Résis't geht sie einen Schritt nach vorn: ein Weißwein aus den PIWI-Sorten Floréal und Sauvignac.
Die Cave de Lablachère in der Ardèche, gegründet 1928
Im Glas wirkt er auf uns wie ein Korb weißer Früchte im ersten Sonnenlicht, dazu saftige Noten von Ananas und Mango, die ihm eine verspielte Exotik geben. Er ist dezent halbtrocken, frisch und saftig, mit seidiger Textur und fruchtigem Nachhall. Für uns ein Wein für den unbeschwerten Moment, gut gekühlt auf der Terrasse, wenn es einfach schmecken soll und nicht kompliziert.
| Rebsorten | Floréal und Sauvignac |
| Herkunft | Cave de Lablachère, Ardèche, Südfrankreich |
| Anbau | PIWI-Reben, deutlich weniger Pflanzenschutz |
| Charakter | Fruchtig, dezent halbtrocken, saftig, seidig |
Résis't, aus den PIWI-Sorten Floréal und Sauvignac
Résis, trocken und biologisch aus dem Südwesten
Roman des Vignes liegt in Vacquiers nördlich von Toulouse, am Rand der Appellation Fronton im Südwesten Frankreichs. Der Résis Blanc ist das genaue Gegenstück zum Résis't: trocken, klar und biologisch zertifiziert. Er wächst auf leichten, durchlässigen Böden und reift im Edelstahltank, ohne Kupfer und ohne Schwefel, ganz auf Natürlichkeit und Reinheit ausgerichtet. Die Rebsorten sind Souvignier Gris und Muscaris, zwei der bekanntesten weißen PIWI überhaupt.
Uns begeistert an ihm der intensive Duft von Aprikose und zarten weißen Blüten mit einer feinen salzigen Note. Am Gaumen ist er großzügig und geschmeidig, mit saftiger Frucht, dabei trocken, klar und lebendig. Wer es im Sommer lieber knochentrocken und mineralisch mag, ist hier genau richtig.
| Rebsorten | Souvignier Gris und Muscaris |
| Herkunft | Roman des Vignes, Vacquiers, Südwestfrankreich |
| Anbau | Biologisch zertifiziert, ohne Kupfer und Schwefel |
| Charakter | Trocken, klar, lebendig, mit saftiger Frucht |
Vier neue Rebsorten, kurz vorgestellt
In den beiden Flaschen stecken gleich vier moderne Rebsorten, und jede hat eine kleine, spannende Geschichte. Floréal wurde 2002 in einem Gemeinschaftsprojekt des französischen Instituts INRAE in Montpellier und des deutschen Julius-Kühn-Instituts gezüchtet und 2018 mit drei Schwestersorten in den offiziellen französischen Rebsortenkatalog aufgenommen. Sie gilt als sehr robust gegen beide Mehltau-Arten.
Sauvignac stammt vom Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner aus dem Jura und gehört zu seiner neueren CAL-Serie. Aromatisch liegt sie irgendwo zwischen Riesling und Scheurebe, mit Noten von Apfel, Aprikose, Limette und Johannisbeere.
Souvignier Gris wurde schon 1983 von Norbert Becker am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg gekreuzt, aus Seyval Blanc und Zähringer, und zählt heute zu den vielversprechendsten weißen PIWI. Im Glas zeigt sie Zitrus, Apfel und Birne, dazu einen Hauch Exotik.
Muscaris kommt ebenfalls aus Freiburg von Norbert Becker, gekreuzt 1987 aus Solaris und Gelbem Muskateller. Sie bringt das typische, intensive Muskat-Aroma mit und ist sehr widerstandsfähig, auch gegen Botrytis.
Wozu sie passen
Beide sind klassische Apéro-Weine. Der fruchtige Résis't macht sich für uns gut zu hellem Sommergemüse, zu Ziegenkäse oder einfach solo auf dem Balkon. Der trockene Résis passt zu Fisch, zu Meeresfrüchten und zu allem, was vom Grill kommt und nach Süden schmeckt. Am schönsten ist ohnehin der direkte Vergleich: zwei PIWI, zwei Stile, ein Abend.
Beide ins Glas
Résis't und Résis gibt es bei uns im Onlineshop und offen zum Probieren in der Weinbar. Kommt gerne vorbei, am besten gleich beide nebeneinander ins Glas.
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